Lauterbach als Etappenort des Fackellaufes nach Solferino
Lauterbach – „Es ist eine große Ehre, dass die Kreisstadt Lauterbach Etappenort des Fackellaufes nach Solferino ist“, begrüßte Landrat Dr. Jens Mischak die Mitglieder des Jugendrotkreuzes, die das „Licht der Hoffnung und Menschlichkeit“ zum DRK-Kreisverband an die Hohe Bergstraße getragen hatten, von wo es am Sonntag weitergereicht wurde in den Main-Kinzig-Kreis. Stolz auf das Engagement des Rot-Kreuz-Nachwuchses durften auch Hessens DRK-Präsident Norbert Södler, Kreisvorsitzender Bernhard Ziegler und Geschäftsführer Ralf Dickel die Fackel in Händen halten.
Der Fackellauf startete am 28. Februar in Tschechien, führt durch mehrere Länder Europas. Am 27. Juni wird die Fackel Solferino erreichen. Traditioneller Abschluss der „Fiaccolata“ ist dann der Lauf von von Solferino nach Castiglione delle Stiviere. Dort war der Schweizer Geschäftsreisende Henri Dunant 1859 Zeuge der Folgen der Schlacht von Solferino zwischen der Armee Österreichs und den Truppen von Sardinien-Piemont und Frankreich. Sein später erschienenes Buch „Eine Erinnerung an Solferino“, das das schreckliche Los der kaum versorgten Verwundeten schilderte, führte schließlich zur Gründung des Internationalen Roten Kreuzes.
Aus der Bewegung der Menschlichkeit, die zunächst die Versorgung der Verwundeten in Kriegen im Blick hatte, erwuchs eine nichtstaatliche Organisation, die weltweit Menschen in Krisen- und Notlagen hilft, über das humanitäre Völkerrecht wacht und Menschen eine Gemeinschaft bietet. Der internationale Fackellauf erinnert an die Ursprünge der Bewegung. „Die Aktion zeigt eindrucksvoll die internationale Verbundenheit und gemeinsame Verantwortung der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung“, sagte Hessens DRK-Präsident Norbert Södler.
Anfang April erreichte die Fackel in der Uckermark Deutschland, am 1. Mai wurde sie vom Landesverband Niedersachsen an die Hessen übergeben, wo sie das Bundesland acht Tage lang durchquert. Das Lauterbacher Jugend-Rotkreuz übernahm die Fackel in Alsfeld von den Kameraden des Schwalm-Eder-Kreises und übergab sie am Sonntag an die Nachbarn im Raum Gelnhausen-Schlüchtern.
„Die Solferino-Fackel bringt Menschen zusammen, schlägt Brücken zwischen Generationen und Ehrenamtlichen und erinnert an die Bedeutung von Solidarität in einer demokratischen Gesellschaft“, erläuterte DRK-Präsident Södler. Im Etappen-Ort Lauterbach führte so der Weg vom Stützpunkt an der Feuerwehr durch die Stadt auch über die Schrittsteine, hier von Hand zu Hand weitergereicht. Einen Zwischenstopp gab es an der Caprivastraße, wo ein Gedenkstein am Lauterufer an die Partnerschaft des DRK Lauterbach mit dem Blutspender-Verein im nordostitalienischen Capriva erinnert. Capriva ist eine Weinbaugemeinde an der Grenze zu Slowenien. Stadtrat Lothar Pietsch erinnerte sich an einen Besuch in Nordost-Italien in den Achtzigerjahren, wo die Lauterbacher Delegation herzlichst empfangen wurde. Die Verbindung entstand während der Lauterbacher Gildenfeste und wurde 1985/1986 als „Blutsbrüderschaft“ unter Blutspendern besiegelt und lebte besonders vom Engagement Rolf Deppenmeiers.
Beim DRK-Kreisverband an der Hohen Bergstraße wurden die jungen Fackelläufer des Jahres 2026 mit viel Beifall empfangen. Hier gab es auf dem Gelände der ehemaligen Seifenfabrik bei strahlendem Sonnenschein ein Familienfest mit einer Rutschbahn aus dem Maul eines grünen Drachens für die Jüngsten, Unterhaltungsspielen, aber auch kurzen Einweisungen in Fertigkeiten für Lebensretter.
Quellenangabe: Lauterbacher Anzeiger, Ausgabe v. 11-05-2026
Fotos: Weber/ Stöppler


