Das Rote Kreuz in Lauterbach ist auf Wachstumskurs, von der Mitgliederzahl über den Fuhrpark bis zu den Einsatzstunden für die Gesellschaft. Das wurde bei den Berichten zweier Jahreshauptversammlungen in der Turnhalle von Frischborn deutlich. Der Jahreshauptversammlung des Ortsvereins war die Versammlung der aktiven Bereitschaftsmitglieder vorgeschaltet, wobei in beiden Gremien Neuwahlen einmütig über die Bühne gingen.
Der DRK-Ortsverein Lauterbach hat nach der Fusion mit dem früheren Ortsverein Schlitz im vergangenen Jahr nun 1799 Mitglieder, von denen ein knappes Drittel aus dem Schlitzerland stammt. So war denn das Berichtsjahr 2025 „ein besonderes Jahr“, wie Ortsvereinsvorsitzender Thomas Falk formulierte. Die Stärke und Leistungsfähigkeit des Lauterbacher Ortsvereins resultiere aus guter Kameradschaft und einem vorbildlichen „Betriebsklima“ in der Zusammenarbeit. Die Arbeit des Ortsvereins lobten auch Bernhard Ziegler als Vorsitzender des Kreisverbandes Lauterbach und Kreisbereitschaftsleiter Benedikt Geiger. Besonders geschätzt werde, wie alle Redner betonten, die Verstärkung des Rettungsdienstes durch den Lauterbacher Ortsverein.
Bei der Versammlung der Bereitschaft wurden Paul Schimanski als Bereitschaftsleiter des Ortsvereins und Janis Reeg als sein neuer Stellvertreter gewählt, Hannah Eisler als Bereitschaftsleiterin und Vorgängerin Marika Brandt nun in die Rolle der Stellvertreterin. Schimanski gab in der folgenden Ortsvereinsversammlung dann den ersten Bericht ab mit einer deutlichen Steigerung der Einsatzstunden bei Übungen, Sanitätsdiensten und der Verstärkung des Rettungsdienstes, wobei natürlich auch der Zuwachs aus dem Schlitzerland zu Buche schlug. Grundlage für alle geleisteten Dienste seien stets die Veranstaltungen der Aus- und Fortbildung, wobei 23 auf Ortsvereinsebene organisiert worden seien, einige auch für den Kreisverband. Hinzu komme der Besuch von Lehrgängen.
Bei den Sanitätsdiensten wurden 49 Veranstaltungen unterstützt, so Prämienmarkt, Schlitzer Trachtenfest, Rosenmontagszug und Maskensprung in Herbstein, Heimspiele der Frankfurter Eintracht, wobei 2025 die Zahl alkoholgeschädigter Besucher, die zu versorgen waren, geringer ausgefallen sei als 2023. Gut angekommen sei für den Fuhrpark das neue Logistikfahrzeug. Es habe bereits bei mehreren Großeinsätzen der Feuerwehren gute Dienste geleistet.
Marika Brandt berichtete über ein Dutzend Blutspendetermine mit 1694 spendewilligen Teilnehmern, die 1584 Konserven anliefern konnten. Die Zahl der Erstspender sei zurückgegangen. Gerno Hanitsch erläuterte die Rolle des Fernmeldewesens. Lauterbach sei Standort eines modernen Fahrzeuges der DRK-Bundesvereinigung, wobei eine von vier nationalen Fernmeldezentralen für den Katastrophenschutz in der Vogelsberg-Kreisstadt angesiedelt sei. Hinzu kommt in Lauterbach noch ein Bus aus dem Jahr 1964, laut Hanitsch mit moderner Ausstattung, aber als Oldtimer ein stets viel beachteter Werbeträger.
Unter Leitung von Leonie Kutt sei die Jugendarbeit mit 18 Mitgliedern in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Wie Leonie Kutt berichtete, nimmt die Rot-Kreuz-Jugend am Fackellauf noch Solferino statt, um ein Licht der Hoffnung und der Menschlichkeit zu setzen. Am 2. Mai wird die Fackel in Alsfeld an Lauterbach übergeben, wo ab 15 Uhr auf dem Gelände des Kreisverbandes an der Hohen Bergstraße ein kleines Fest für Alt und Jung stattfindet. Am 3. Mai geht es weiter nach Gelnhausen-Büdingen.
Solferino war im Jahr 1859 Schauplatz einer blutigen Schlacht im Sardinischen Krieg. Der Schweizer Henri Dunant wurde auf einer Geschäftsreise Zeuge der erschreckenden Zustände und des Elends der Verwundeten und gab den Anstoß zur Genfer Konvention und zur Gründung des Roten Kreuzes.
Text: Werner Stöppler
Wahlen
Bei der Jahreshauptversammlung des DRK-Ortsvereins Lauterbach wurde der Vorstand für eine weitere Amtsperiode gewählt. 1. Vorsitzender Thomas Falk, 2. Vorsitzender Gerno Hanitsch, Kassenwartin Sonja Wiegel, Schriftführer Michael Greb, Beisitzer Laura Pöhlig und Justus Hoppe. Als Leiterin des Jugend-Rot-Kreuzes wurde Leonie Kutt bestätigt, ebenso Bereitschaftsleiter Paul Schimanski und sein Stellvertreter Janis Reeg sowie Bereitschaftsleiterin Hannah Eisler und ihre Stellvertreterin Marika Brandt, die zuvor in einer gesonderten Versammlung von den Bereitschaftsmitgliedern gewählt worden waren.
Quellenangabe: Lauterbacher Anzeiger, Ausgabe v. 24-04-2026
