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Wirklichkeitsnahe Ausbildung für die Helfer
Großübung des DRKKreisverbands Lauterbach  30 Helfer von fünf Ortsvereinen im Einsatz

 
ULRICHSTEIN (dg). Für Unbeteiligte war es am Sonntag- vormittag nur schwer zu erkennen, ob es sich um einen Ernstfall oder eine Übung handelte. Der Stadthallenparkplatz war mit rotweißem Trassierband abgesperrt, mehrere Zelte waren aufgebaut, etwa 30 DRK- Einsatzkräfte waren emsig bei der Arbeit. Knapp aber zutreffend kamen die Anordnungen der Führungskräfte, dazwischen jedoch lautes Stöhnen und Schreie von Verletzten. Sie waren derart gut von einem Schminktrupp vorbereitet worden, dass bei ihrem Anblick vielen ein kalter Schauer über den Rücken lief. Es war jedoch kein echter Einsatz, sondern eine Großübung des DRK Kreisverbandes Lauterbach mit den Ortsvereinen Lauterbach, Schlitz, Grebenhain, NiederMoos und Lautertal.
DRK Kreisbereitschaftsleiter Erich Schneider schilderte in einem Gespräch das Übungsziel und die Ausgangslage. Bei einer Explosion in einer örtlichen Wäscherei waren etwa 30 Personen verletzt worden. Eine erste Bilanz der vor Ort befindlichen Einsatzkräfte ergab neun schwer, sieben mittelschwer und drei leicht verletzte Personen. Der DRK Kreisverband sei deshalb zum Aufbau eines „Behandlungsplatz 25" (BHP 25) angefordert worden. Kreisbereitschaftsleiter Schneider betonte bei einem Rundgang, dass etwa zehn Minuten nach der Alarmierung die ersten Fahrzeuge in Marsch gesetzt werden könnten und nach knapp einer Stunde der „Behandlungsplatz 25" aufgebaut sei. Übungsziel am Wochenende war es, den Ablauf im BHP 25 mit der Versorgung der Verletzten bis zum Abtransport mit allen notwendigen medizinischen, sanitätsdienstlichen und pflegerischen Maßnahmen durchzuspielen.
Bereits am Samstag hatte ein erster Probedurchlauf gezeigt, dass trotz relativ
vieler neuer Einsatzkräfte eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Ortsvereinen bestand und eine sehr gute Ausbildungsgrundlage vorhanden war.
Anlaufpunkt der eintreffenden Verletzten war zunächst der Meldekopf mit dem Zugführer und dem Organisationsleiter Rettungsdienst. Ein Notarzt nahm anschließend eine erste Sichtung vor und nahm je nach Art und Schwere der Verletzung die Verteilung in die einzelnen Behandlungszelte vor. Hier erfolgte die weitere Behandlung bis zum Abtransport in die umliegenden Krankenhäuser.
Die Einsatzkräfte waren diesmal besonders stark gefordert, denn bei einem Teil der angenommenen Verletzten handelte es sich um „Profis" aus dem Kreisverband Offenbach, die ihr Handwerk verstanden. So hatten die Helfer bei einer wild um sich schlagenden Verletzten alle Hände voll zu tun, um sie zu beruhigen. Auch deren männlicher Begleiter erforderte höchste Konzentration bei den Helfern, denn er rief dauernd nach „seiner Franzi" und der Polizei, zudem versuchte er, von der Trage zu springen.
Vor Ort informierte sich am Sonntagvormittag auch DRK Kreisvorsitzender Bernhard Ziegler über den Übungsablauf. Er war sogar mit dem Fahrrad von Herbstein nach Ulrichstein gekommen. Aufmerksame Beobachter waren auch Ulrichsteins Ortsvorsteher Manfred Feineis und eine Abordnung des Technischen Hilfswerks Lauterbach. DRKKreisgeschäftsführer Ralf Dickel und Ulrichsteins Erster Stadtrat Werner Funk hatten sich bereits am Samstag einen Einblick in die Ausbildung verschafft. Alle waren beeindruckt von dem Engagement der ehrenamtlichen Kräfte, die ein ganzes Wochenende für ihre Ausbildung opferten.

 

Text: Lauterbacher Anzeiger vom 7.5.2007
Fotos: DRK

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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