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Berichte über unsere Arbeit, Aktionen und Vereinsleben
Archiv 2017

„Sagt man Glückwunsch oder danke?“
DRK-Ortsverein Freiensteinau/Nieder-Moos feiert 60. Geburtstag

Viel mehr als „nur“ Erste Hilfe im Angebot

Nieder-Moos (gst). 60 Jahre DRK-Ortsverein Freiensteinau/Nieder-Moos wurden jetzt im Kulturhaus „Alte Schule“ in Nieder-Moos gefeiert. Es wurde Rückschau gehalten und  der Stellenwert des Geburtstagskindes immer wieder hervorgehoben. Bei der Ehrung wurde außerdem das Gründungsmitglied Hans Berk (Lauterbach) mit der goldenen Ehrennadel des DRK und Präsentkorb ausgezeichnet sowie langjährige Mitglieder für ihre Treue mit den entsprechenden Ehrennadeln gewürdigt. 60 Jahre Arbeit für das Allgemeinwohl und Engagement ohne Ende gelte es zu feiern, so der Vorsitzende Bernd Decker, als er die zahlreichen Geburtstagsgäste willkommen hieß und einen Überblick über den weiteren Verlauf des Abends gab, durch den dann sein Stellvertreter Reinhard Prachtl führte. 

DRK-Kreisvorsitzender Bernhard Ziegler bezog sich auf den Rückblick, und meinte dazu „es zeigt, wie engagiert die Bereitschaft gewesen ist“. Den Gründungsmitgliedern gelte es für die gute Idee zu danken, die zu einem Ortsverein mit 306 Mitgliedern geführt habe. Damit habe auch eine Erfolgsgeschichte begonnen. Die Bereitschaft sei Vorbild und Zeichen für ein gesellschaftliches Handeln in einer Gesellschaft, die zu einer Ich-Gesellschaft neige. Dem wolle man entgegentreten. „Das gegenteilige Engagement ist der Grundstock für unsere Gesellschaft und macht diese stark“, stellte Ziegler fest.

Gerhard Eckstein, Sebastian Schrimpf und Jörg Görnert von der Rettungsdienstleitung, Betriebsrats-Vorsitzender Thomas Traud, Karl Schneider, Ingo Koch, Jürgen Dietz und DRK-Geschäftsführer Ralf Dickel

Aus Anlass des 60-jährigen Bestehens des DRK-Ortsvereins Freiensteinau/Nieder-Moos wurden langjährige Mitglieder geehrt.
Dabei bedankte sich Kreisvorsitzender Bernhard Ziegler bei Heinrich Hildebrand, Gerda Prachtl, Irmgard Klug, Helmut Eifert gemeinsam mit dem Ortsvereinsvorsitzenden Bernd Decker (von links). Fotos: Stock

Der Bürgermeister von Grebenhain und gleichzeitig Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Grebenhain, Sebastian Stang, dankte für das, was für die Großgemeinde geleistet worden sei. Er hoffe, dass alle nach Einsätzen wieder wohlbehalten zurückkämen und Spaß an ihrem Ehrenamt hätten. Die Geselligkeit solle aber auch nicht zu kurz kommen. „Sagt man Glückwunsch oder danke?“, meinte Carsten Hofmann als Vertreter der Gemeinde Freiensteinau. Das DRK sei weltweit – aber auch in der Gemeinde – ein Eckpfeiler der ganzen Gesellschaft. Gunter Karl, Gemeindebrandinspektor von Freiensteinau, bedankte sich für die vielen Einsätze und die vielen Jahre allerbeste Zusammenarbeit. „Auf das DRK war immer Verlass und hat uns bei den Einsätzen immer wieder das Gefühl der Sicherheit gegeben. Dies ist ein ganz großes Plus für uns Feuerwehrleute.“ Nicht zu vergessen seien auch die vielen Übungen, die vom DRK betreut würden. Auch für die Unterstützung bei der Brandschutzerziehung fand der Gemeindebrandinspektor weitere lobende Worte. Danach folgten noch zahlreiche Vereinsvertreter, die dem „Geburtstagskind“ für die vielfältige Unterstützung in all den Jahren dankten. Die Freiensteinauer Pfarrerin Andrea Wiemer freute sich über ein engagiertes und aktives Vereinsleben. Dies ermögliche erst die Arbeit für andere und sich für andere einzusetzen. Pfarrer Johannes Cunradi aus Nieder-Moos zitierte aus der Bibel „Ich war nackt, ihr habt mich gekleidet, ich war hungrig, ihr habt mir zu essen gegeben, ich war obdachlos, ihr habt mich aufgenommen.“ Dies alles seien Aufgaben, die das DRK wahrnehme, wenn Not am Mann sei.

 

Ehrungen
Besonders geehrt wurde Gründungsmitglied Hans Berk (Lauterbach). Für 50 Jahre: Irmgard Klug (Freiensteinau, Gerda Prachtl (Freiensteinau). 40 Jahre: Helmut Eifert (Nieder-Moos), Heinrich Hildebrand (Nieder-Moos), Norbert Schleich (Metzlos-Gehaag), Jürgen Labandowsky (Großenlüder), Reinhold Lochhaas (Metzlos-Gehaag), Angelika Oestreich (Nieder-Moos), Heidrun Oestreich (Nieder-Moos), Jürgen Schäg (Zahmen), Willi Schell (Bannerod), Heinrich Dietrich (Freiensteinau). Ebenfalls wurde Helmut Klug (Freiensteinau) beispielhaft für die vielen Blutspender in den Mittelpunkt gerückt, da er sich insgesamt 125 Mal als Spender zur Verfügung gestellt hat.

 

Die Geschichte, die manche Leben rettete

Bei der Feier zum 60-jährigen Bestehen des DRK Freiensteinau/Nieder-Moos wurde natürlich auch ein Blick auf die sechs Jahrzehnte des unermüdlichen Wirkens der Aktiven und die Unterstützung der anderen Mitglieder geworfen. Eine Grafik am Ende des Rückblicks, der von Bereitschaftsleiterin Jutta Stern gehalten wurde, umriss die Aufgaben des DRK insgesamt. Dort war zu lesen: „Deutscher Roter Wasserhahn“ – um Menschen in Not mit Trinkwasser zu versorgen. „Deutsches Rotes Dach“ – um Menschen auf der Flucht helfen zu können. „Deutsche Rote Gabel“ – um Bedürftigen eine Mahlzeit zu geben. „Deutsches rotes Flugzeug“ – um in jedes Krisengebiet zu kommen. „Deutscher Roter Helfer“ – um überall helfen zu können.

 

Zurück

Einen Teil dieser Rotkreuz-Arbeit hat der Ortsverband Freiensteinau/Nieder-Moos in den Jahren seines Bestehens geleistet, alles in ehrenamtlicher Tätigkeit. Alles begann am 13. März 1957, als der DRK-Verein Nieder-Moos gegründet wurde. Anwesend waren Dr. Kullmann mit zwei Kameraden vom Kreisverband Lauterbach und 16 gründungswilligen Männern aus den Dörfern Nieder-Moos, Ober-Moos, Metzlos, Metzlos-Gehaag und Gunzenau. Erster Vorsitzender wurde Karl Möller aus Nieder-Moos und der erste Bereitschaftsleiter war Karl Lind (Ober-Moos). Die Mitgliederzahl steigerte sich im Gründungsjahr auf 44, und es gab 24 Aktive.

Am 24. Januar 1961 fand der erste Blutspendetermin mit 90 Spendern statt. 1992 wurde Wilhelm Prang Bereitschaftsleiter, und 1965 übernahm Rudi Harnischfeger den Vorsitz. Im Jahr 1968 kamen erstmals Frauen zur Bereitschaft. 1971 wurde Ernst Schmelz Bereitschaftsleiter, und 1976 gab es mit Ilse Rausch die erste Bereitschaftsleiterin. Der Zeit voraus war das DRK Nieder-Moos im Jahr 1979, als durch einen umgebauten Wohnwagen mit fachgerechter Ausrüstung die Mobile Unfallhilfe angeboten werden konnte – einmalig damals in Hessen. Um die finanzielle Situation für den Verein zu verbessern wurde 1980 mit der Altpapiersammlung begonnen, die dann ab 1990 durch Einführung der Papiertonne endete.

1989 bildete Ernst Schmelz den 500. Ersthelfer aus, und Jutta Stern übernahm in diesem Jahr die Erste-Hilfe Ausbildung. Bereitschaftsleiter Reinhard Schmelz und Bereitschaftsleiterin Jutta Stern waren in diesem Jahr personelle Veränderungen. 1990 rückte Horst Glöckner an die Vereinsspitze; 1995 wurde Erwin Klein Bereitschaftsleiter.
Das 40-jährige Bestehen wurde am 24. Mai 1997 gefeiert, zugleich erfolgte die Fusion mit dem Ortsverein Freiensteinau mit der neuen Bezeichnung Freiensteinau/Nieder-Moos. Im Jahr 2000 wurde Manfred Baltes neuer Vorsitzender, und ein Jahr später konnten am 19. August die neuen Räumlichkeiten in Nieder-Moos bezogen werden. 2002 gab es den ersten Hochwassereinsatz, und im Jahr 2009 gab es neue Fahrzeuge mit einem Gerätewagen Technik und einem Sprinter. Seit 2010 ist das DRK auch am Hessentag im „Erbsensuppen-Einsatz“ und verteilte dabei 4500 Portionen in 15 Minuten. 2011 übernahm Alexander Betz die Position des Bereitschaftsleiters. 2013 gab es den zweiten Hochwassereinsatz, und es wurde begonnen, Menschen mit Hilfebedarf in Erste Hilfe auszubilden. Das Jahr 2015 brachte den „Betreuer vor Ort“, Bernd Decker wurde Vorsitzender, die Bereitschaft erhielt einen Sonderanhänger Strom und die Aktiven waren auch beim Flüchtlingseinsatz dabei. 2016 gab es bei der Landesübung der Betreuungszüge einen sensationellen dritten Platz.


Von 1961 an kamen bis 2017 rund 38 000 Blutspenden zusammen, und seit Anfang der Sechzigerjahre wurden rund 6900 Ersthelfer ausgebildet.

 

Text und Bild stammen aus dem Lauterbacher Anzeiger
Ausgabe Montag 22. Mai 2017

Letzte Aktualisierung am Dienstag, 6. Juni 2017